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Wasserbüffel helfen beim Artenschutz in Köln-Dünnwald - Stadt Köln und NABU-Naturschutzstation planen ganzjährige Beweidung

stadt Koeln LogoDas Naturschutzgebiet "Am Hornpottweg" in Köln-Dünnwald umfasst etwa 40 Hektar. Besonderes Merkmal dieses Naturschutzgebietes ist seine Sumpf-Fläche. Dieser spezielle Lebensraum ist im gesamten Rheinland äußerst selten, auf dem Kölner Stadtgebiet ist er einzigartig. Allerdings ist der Sumpf seit Jahrzehnten immer wieder durch das Aufwachsen von Gehölzen bedroht. Eine zunehmende sogenannte Verbuschung, also die Ausbreitung von Sträuchern und Bäumen auf Wiesen und Grünland, führt letztlich zu einer Bewaldung der Fläche. Damit wird gleichzeitig der Lebensraum vieler gefährdeter Arten bedroht.

Durch ein gemeinsames Projekt der beim Umweltamt angesiedelten Unteren Naturschutzbehörde und der NABU Naturschutzstation Leverkusen-Köln sollen künftig zwei Wasserbüffel der "Verbuschung" entgegenwirken und den Sumpf erhalten.

Das Projekt wurde im August 2019 gestartet. Erst wurde der wechselfeuchte Bereich von Mitarbeitern der Biologischen Station Leverkusen-Köln manuell von Bäumen und Sträuchern befreit. Um die Nachhaltigkeit dieser Pflegemaßnahme zu gewährleisten, soll nun ergänzend zur bestehenden Beweidung mit Galloway-Rindern eine Beweidung der gesamten Kiesgrube mit Wasserbüffeln stattfinden. Hierfür wird ein Elektrozaun um das Areal installiert. Die Wasserbüffel halten sowohl die trockenen Hänge, als auch die feuchten und wechselfeuchten Flächen frei. Sie sollen, wenn möglich, das ganze Jahr durchgehend in dem Gebiet bleiben.

Schon bevor die ehemalige Kiesgrube "Am Hornpottweg" 1983 den Schutzstatus als Naturschutzgebiet erlangte, zeichnete sich das Areal durch vielfältige, hochwertige Strukturen aus. Aufgrund natürlicher Sukzession entwickelte sich das Gebiet von typischem Offenland zu einer kontinuierlich fortschreitenden Bewaldung. Somit veränderte sich auch der wertvolle Lebensraum für die Tiere und Pflanzen des Offenlandes.

Während typische Arten wie Gimpel oder Spechte den Wald und die Gehölze als Fortpflanzungs-, Ruhestätten und Nahrungshabitate nutzen, nimmt die Zahl anderer gefährdeter Arten wie Krickente, Flussregenpfeifer, Neuntöter, Ringelnatter, Zauneidechse, Laubfrosch, aber auch Seggen und andere Pflanzen als Offenlandarten stetig ab.

Um das vielfältige Lebensraum-Mosaik und die artenreiche Tier- und Pflanzenwelt zu erhalten, ist ein kontinuierliches Biotop-Management erforderlich, die Offenhaltung der Grube ist dabei essentiell. Überließe die Verwaltung das Gebiet der natürlichen sogenannten Sukzession, würden sich auch die verbliebenen Offenlandareale allmählich zu Wald entwickeln. In den vergangenen 35 Jahren gab es zwar diverse Pflegemaßnahmen, diese waren allerdings bis auf wenige Ausnahmen nicht nachhaltig. Sie bestanden vor allem aus wiederholter Mahd und Befreiung von Büschen. Zusätzlich wurde eine Beweidung des Osthanges zunächst mit Glan-Rindern und seit einigen Jahren mit Galloway-Rindern im Sommerhalbjahr etabliert.

Während durch die Galloway-Beweidung in Verbindung mit einer Nachpflege der Osthang anteilig offen gehalten werden konnte, ist dies in den feuchten und wechselfeuchten Bereichen nicht möglich gewesen. Hier hatte die Ausbreitung von Büschen und Sträuchern bis 2016 derart zugenommen, dass die ursprünglich typischen Tier- und Pflanzenarten nur noch unzureichend Lebensräume zu Verfügung hatten. 2016 wurde dieser Bereich aufwändig manuell von Bäumen und Sträuchern befreit, was allerdings lediglich eine temporäre Lösung war.

Quelle: Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit - Sabine Wotzlaw / https://www.stadt-koeln.de

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