das Kultur und Nachrichtenmagazin

Kalender

museum ludwig.jpg 

Ausstellung "Lucia Moholy. Fotogeschichte schreiben"

Samstag, 16. November 2019
10:00-19:00 Uhr

Als iCal-Datei herunterladen

   

Anlässlich des Bauhaus-Jubiläums widmet sich das Museum Ludwig mit einer kleinen Präsentation im Fotoraum der Fotografin und Fotohistorikerin Lucia Moholy. In diesem Rahmen werden auch drei neuerworbene Vintage Prints von Lucia Moholy erstmals gezeigt. Neben ihren fotografischen Werken werden auch Briefe aus dem Archiv des Museum Ludwig präsentiert, die einen regen Austausch zwischen Moholy und dem Fotosammler und -historiker Erich Stenger belegen. Gemeinsam hatten sie um 1932 vor, ein Buch über die Geschichte der Fotografie zu schreiben. Der Aufstieg der Nationalsozialisten trieb Moholy jedoch in die Emigration, während Stenger in Deutschland zum gefragten Experten auf dem Gebiet aufstieg. Moholy veröffentlichte schließlich selbstständig in London 1939 A Hundred Years of Photography 1839–1939.

Ihr Buch wurde der erhoffte Kassenschlager und enthielt für seine Zeit Gedanken zur Fotografie, die radikal neu waren: Fotografie und Malerei wurden als zwei gleichwertige Wege beschrieben, beispielsweise „abstrakte Bilder“ herzustellen: „Fotografie wurde (...) von einigen abstrakten Malern als neues Medium aufgenommen, mit dem sie versuchten, ihrem Gefühl für Ausgewogenheit Ausdruck zu verleihen. Es sind der in Frankreich lebende Man Ray, und Moholy-Nagy in den USA. Sie griffen die Methode der ‚Fotogenischen Zeichnung‘ auf, entdeckt von Schulze 1727 und Fox Talbot vor 1834 bekannt, und wendeten sie auf spezielle Weise an. (...) Die Frage, ob die Fotografie irgendeinem Einfluss der abstrakten Kunst unterworfen worden sei, stellt sich aber nicht in Bezug auf diese Bilder. Es war ein Prozess der Angleichung, nicht der Beeinflussung.“

Lucia Moholy selbst hatte als Fotografin Fotogramme (die auch als fotogenische Zeichnung bezeichnet werden) entwickelt und diese Technik ihrem damaligen Partner, dem Maler und Bauhaus-Lehrer László Moholy-Nagy, nahe gebracht. Ein Fotogramm ist eine kameralose Fotografie, bei der Objekte auf lichtempfindliches Papier gelegt und belichtet werden. Ihr Schatten bleibt auf dem Papier als helle Fläche zurück. Als (Kunst-)historikerin führte sie das Verfahren auf frühe fotografische Experimente zurück, wie Johann Heinrich Schulzes Entdeckung der Lichtempfindlichkeit von Silbersalzen im 18. Jahrhundert oder William Henry Fox Talbots erste Fotogramme aus den 1830er Jahren. Das heißt, sie fand die Wurzel fotografisch-kreativen Arbeitens bereits in der Vorgeschichte der Fotografie, was den zeitgenössischen Werken noch mehr Gewicht – eine Tradition – zusprach. Außerdem beschrieb sie Fotogramme als gleichwertig zu abstrakten Tendenzen in der Malerei.

Wie zukunftsweisend Moholys Fotogeschichte damit war, zeigt sich besonders im Vergleich zu dem Buch Die Photographie in Kultur und Technik. Ihre Geschichte während hundert Jahren von Erich Stenger. Für ihn war die Fotografie vor allem eine Technik, die auf vielen Gebieten Anwendung fand, nicht aber eine Möglichkeit kreativen Ausdrucks. Er schrieb über das Fotogramm: „ Wenn man sich begnügt, die Licht-Schatten-Verteilung irgendeines in einem Lichtkegel befindlichen Gegenstandes bildmäßig festzuhalten, den Gegenstand also nur in seinem Schattenriss, nicht als photographisches Bild, wiederzugeben, so gelangt man zum ‚Photogramm‘ (...). Es entstanden gelegentlich spielerisch reizvolle Schattenbilder in dieser ‚kameralosen‘ Betätigung, die mit der objektiven Lichtbildnerei nichts gemein hat.“ Stengers ironischer, um nicht zu sagen herablassender Ton und sein konservativer Kunstgeschmack, machen es schwer, sich eine gemeinsame Fotogeschichte von ihm und Lucia Moholy vorzustellen. Umso überraschender ist die Erkenntnis, dass sie darüber nachdachten.

Grundlage ihrer beider Forschungen war die Sammlung Stenger, die heute als Teil der Sammlung Agfa im Museum Ludwig verwahrt wird. Hier sah Moholy frühe Fotogramme von Talbot, von denen eines in der aktuellen Präsentation gezeigt wird. Durch Erich Stenger erfuhr Moholy auch von Johann Heinrich Schulzes frühen Experimenten. Während Stenger die Verbindung zu den „reizvollen Schattenbildern“ seiner Gegenwart nicht gelang, spannte Moholy den großen Bogen. Ein Grund mehr, ihre Geschichte im Museum Ludwig zu würdigen.

Lucia Moholy. Fotogeschichte schreiben
12. Oktober 2019 – 2. Februar 2020

Kuratorin: Miriam Szwast
Web und Social Media
Zur Ausstellung kommuniziert das Museum Ludwig auf seinen Social-Media-Kanälen mit dem Hashtag #MLxMoholy
Facebook/Instagram/Twitter/Vimeo: @MuseumLudwig – www.museum-ludwig.de

 

Ort 

Museum Ludwig

Heinrich-Böll-Platz
50667 Köln
Deutschland NRW
0221-221-26165
http://www.museum-ludwig.de 

Anfahrt und Karte (klicke auf Symbol)

Veranstaltungsort:  Beschreibung Anfahrt Info mehr...
andere: Kunst und Kultur
mehr aus: Köln
weitere von:
Museum Ludwig

Teilen

 

 zum Kalender

 

You have no rights to post comments

Datenbank von lebeART

weitere Beiträge

Nachrichten und Doku

DPolG: Es gibt keinen Karnevalsrabatt für E-Tretrollerfahrer

csm E Tretroller Karneval Kopie 3a79445d4fFür Fahrer von E-Tretrollern gelten die gleichen Alkohol-Promillegrenzen wie für Autofahrer. „Leider wird das ab und zu vergessen.“, so DPolG Bundesvorsitzender Rainer Wendt. „Gerade jetzt in der Karnevalszeit meinen manche, sie könnten einen über...


weiterlesen...

Marie Chain "I Wanna Fall In Love" VÖ 14.02.20

marie chainSängerin, Pianistin und Songwriterin: Marie Chain katapultiert gefühlvollen Vintage-Soul und Blues ins 21. Jahrhundert. Auf der Suche nach immer neuen Einflüssen durchstreift die Wahlberlinerin die verschiedensten Ecken der Welt und lässt ihre Ent...


weiterlesen...

21.03.- 28.06.2020 DIE JUBILÄUMSAUSSTELLUNG "50 JOHR BLÄCK FÖÖSS - 1970 BIS 2020"

48221 2483344 loMit der Single „Rievkooche-Walzer“ beginnt 1970 die Erfolgsgeschichte der Bläck Fööss. Jeans, lange Haare, E-Gitarre und nackte Füße – all dies sorgte damals für Stirnrunzeln in der konservativen Karnevalsgesellschaft.

Heute, 50 Jahre später, sind...


weiterlesen...

01.03.- 10.05.2020 Gruppenausstellung "MAGMAA" im Café Famillich

Postkarte Ausstellung Famillich VSMAGMAA, eine Gruppe von Künstler*innen aus Köln-Riehl, die als Einzelkünstler schon lange kreativ unterwegs sind und im vergangenen Jahr zum ersten Mal in dieser Formation gemeinsam im Verwaltungsgebäude der Abfallverwertungsgesellschaft in Niehl ...


weiterlesen...

2 Tages Heiler-Ausbildung - April 2020

geistiges heilen koelnSpürst auch du den Wunsch, ganz tief in dir drin, anderen Menschen helfen zu wollen?
Möchtest du dich zum Heiler/in ausbilden lassen?

So kannst auch du zum Kanal werden für die höchstmögliche Heilkraft, die Deinen Bedürfnissen und Deiner Entwicklun...


weiterlesen...

weitere Informationen

Musik / Film

Christin Stark die neue Single »Komm nie wieder« out now

komm nie wiederMit Florian Silbereisen auf „Das Große Schlagerfest.XXL – Die Party des Jahres 2020“ Tour

Christin Stark-Fans dürfen sich gleich doppelt freuen: Am Freitag, den 7. Februar, startet die große Florian Silbereisen-Tournee. Gleichzeitig legt die 30-jä...


weiterlesen...

100 Stipendien für das Rheinland: 400.000 Euro für Schüleraustausch USA, weltweit und Gap Year nach der Schule

schueleruastausch usa400.000 Euro zur AUF IN DIE WELT-Messe am 07.03.2020 in Köln: 100 Stipendien für Schüleraustausch und Gap Year für junge Leute im Rheinland

Auslandserfahrungen sind bei jungen Menschen begehrt - ob Schüleraustausch weltweit, High School in den USA...


weiterlesen...

SENEX »Everybody Knows«

senexVon wegen „narkotisierend“! Bereits zum zweiten Mal in seinem Leben entpuppte sich der Song „Narcotic“ für Wolfgang Schrödl zum absoluten Hallo-Wach-Karriere-Kickstarter. Hatte der Indiepop-Track mit der unfassbar catchy Synth-Hookline seiner dama...


weiterlesen...

Stadtgespräch im Bezirk Nippes - Umwelt, Mobilität, Kultur, Bildung und Arbeit im Mittelpunkt des Dialogs

bilder oberbuergermeister reker stadtgespraeche stadtgesräch web quadrat 480 320Rund 90 Teilnehmende haben sich mit Oberbürgermeisterin Henriette Reker und Mitgliedern der Stadtverwaltung im Festsaal der Sozial-Betriebe-Köln ausgetauscht und über Themen diskutiert. Im Mittelpunkt des Dialogs standen Fragen aus den Bereichen U...


weiterlesen...

lebeART Video

Video - Katja Egler-Streil im Gespräch mit der Intendantin des THEATER DER KELLER Pia Maria GehleVideo Kunst und Kultur
PiaMAria_Gehle

Lust auf Theater

Die Intendantin des Keller Theaters Pia Maria Gehle, berichtet im Gespräch über ...


weiterlesen

LebeART Radio-Edition

lebeART Magazin jetzt LIVE
Köln-InSight.TV

Werbung

Anzeige

 

lebeART Kalender

Letzter Monat Februar 2020 Nächster Monat
Mo Di Mi Do Fr Sa So
week 5 1 2
week 6 3 4 5 6 7 8 9
week 7 10 11 12 13 14 15 16
week 8 17 18 19 20 21 22 23
week 9 24 25 26 27 28 29

Anzeige

 

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies).

Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.