das Kultur und Nachrichtenmagazin

Kalender

wade Guyton.jpg 

WADE GUYTON: ZWEI DEKADEN MCMXCIX–MMXIX

Mittwoch, 4. Dezember 2019
10:00-18:00 Uhr

Als iCal-Datei herunterladen

   

Der 1972 geborene US-amerikanische Künstler Wade Guyton hat über zwei Jahrzehnte ein konsequentes und zugleich eigenständiges Werk geschaffen. Bekannt ist er vor allem für seine mit einem herkömmlichen Tintenstrahldrucker hergestellten großformatigen Leinwandbilder mit ikonischen Motiven wie Flammen, den Buchstaben „X“ und „U“ oder der Website der New York Times. Nachdem das Museum Ludwig bereits mehrere Werke des Künstlers für die Sammlung erwerben konnte, richtet es ihm nun eine große Überblicksausstellung aus, die sein künstlerisches Schaffen von den Anfängen bis hin zu jüngsten Arbeiten vorstellt.

Wade Guyton nimmt in Hinblick auf die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Bild im digitalen Zeitalter eine Schlüsselposition ein. Er kombiniert traditionelle Bildträger – beispielsweise grundierte Leinwand – mit digitalen Druckverfahren, so dass bewusst eingesetzte Übertragungsfehler zu ästhetisch verblüffenden Ergebnissen führen. Durch die Aneignung bereits existierenden Bildmaterials und die Konfrontation mit neuen Reproduktionstechnologien entwickelte Guyton in den letzten zwanzig Jahren eine aktualisierte Form der sogenannten Appropriation Art. Während seine ersten Inkjet-Gemälde auf Leinwand zunächst eher formalästhetisch hinsichtlich eines modernistischen Ansatzes interpretiert wurden, zeigt sich in der Entwicklung seines Werks, dass auch die scheinbar abstrakten Muster von Streifen, Quadraten und Kreisen in konkreten digitalen Bilddateien wurzeln.

Die Ausstellung entsteht in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler. Sie versammelt im gesamten Wechselausstellungsbereich sowie im DC-Saal und drei angrenzenden Räumen alle von ihm verwendeten Medien: von Papierarbeiten, die Wade Guyton „Zeichnungen“ nennt, über Fotografien und Skulpturen bis hin zu seinen bahnbrechenden Inkjet-Gemälden. Anstatt die Werke chronologisch zu präsentieren, werden sie mitunter motivisch oder thematisch in Gruppen angeordnet, wodurch Guytons Rückgriffe auf das eigene Werk ebenso erkenntlich werden wie die Entfaltung seines Œuvres. Zu den frühesten Arbeiten gehören Skulpturen aus verbogenen Stahlrohrstühlen sowie seine gedruckten Zeichnungen auf herausgerissenen Seiten aus Kunst- und Designkatalogen, die erstmals in einer weitreichenden Fülle zu sehen sind. Die jüngsten Werke der Ausstellung zeigen Bilder der unmittelbaren Umgebung des Künstlers, etwa seines Ateliers und der Stadtlandschaft New Yorks. Das Integrieren von Arbeitsutensilien und Möbeln aus dem Studio wie auch Strategien des Samplings von vorgefundenen Formen und Bildern sind prägnante Merkmale der künstlerischen Arbeitsweise von Wade Guyton, der immer auch auf den jeweiligen Ausstellungsort reagiert. Eine neue Außenskulptur auf der Terrasse vor dem Südeingang zum Beispiel ist nicht nur ein Bronzeabguss einer bereits bestehenden Arbeit in der Ausstellung, sondern weist ebenso ästhetische Bezüge zur Sheddach-Architektur des Museums auf. Für die Ausstellung werden außerdem frühere Einbauten entfernt: Sowohl Fenster als auch die Brücke zum Verwaltungstrakt werden wieder freigelegt, was gleich zu Beginn der Werkschau eine weitreichende Einsicht in den Wechselausstellungsbereich ermöglicht.

Yilmaz Dziewior, Direktor des Museum Ludwig: „Es ist ein erklärtes Ziel der Retrospektive, die Komplexität des Werks von Wade Guyton zu vermitteln und zu zeigen, dass er weit mehr als ein exzeptioneller Maler ist. Seine Vorgehensweise wurzelt tief in einem konzeptuellen Ansatz. Bei aller Klassizität seiner Arbeiten mit ihrem breit angelegten Netz an Verweisen auf kunsthistorische Vorläufer gelingt es Guyton immer wieder, durch neue, unerwartete Richtungswechsel innerhalb seines Werks zu überraschen.“

Katalog zur Ausstellung
Anlässlich seiner großen Überblicksausstellung gibt das Museum Ludwig ein Gesamtverzeichnis der Einzelausstellungen des Künstlers heraus, mit Abbildungen aller gezeigten Werke, begleitet von Kurztexten und Raumplänen: WADE GUYTON MCMXCIX–MMXIX ZWEI DEKADEN MUSEUM LUDWIG, mit Texten von Johanna Burton, Michelle Kuo, Kerstin Stakemeier sowie einem Gespräch zwischen Yilmaz Dziewior und Wade Guyton, 584 S., ca. 1.900 Farbabb., 24,8 × 29,2 cm, deutsch/englisch, Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln, 65 Euro (Buchhandel), 54 Euro (Museum).

Über Wade Guyton
Wade Guyton ist 1972 in Hammond, Indiana, USA, geboren und lebt in New York. Letzte große institutionelle Einzelausstellungen fanden unter anderem in der Serpentine Gallery, London (2017/18), im Museo Madre – museo d’arte contemporanea Donnaregina in Neapel (2017), im Museum Brandhorst in München (2017), im Musée d’art moderne et contemporain (MAMCO) in Genf (2016), im Le Consortium in Dijon (2016), der Kunsthalle Zürich (2013) und im Whitney Museum of American Art in New York (2012) statt.

Kurator Yilmaz Dziewior, Kuratorische Projektleitung: Leonie Radine

Die Ausstellung wird großzügig gefördert von den Partnern des Museum Ludwig: REWE Group, Russmedia, Kienbaum Consultants International GmbH und The Berner Group. Außerdem wird die Ausstellung substanziell unterstützt von der Peter und Irene Ludwig Stiftung und der Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig e.V..

WADE GUYTON: ZWEI DEKADEN MCMXCIX–MMXIX
16. November 2019 – 01. März 2020
Eröffnung: Freitag, 15.11.2019, 19 Uhr

Zur Ausstellung kommuniziert das Museum Ludwig auf seinen Social-Media-Kanälen mit dem Hashtag #MLxWadeGuyton

Foto: Wade Guyton - The Devil's Hole, 1999 © Wade Guyton

 

 

Ort 

Museum Ludwig

Heinrich-Böll-Platz
50667 Köln
Deutschland NRW
0221-221-26165
http://www.museum-ludwig.de 

Anfahrt und Karte (klicke auf Symbol)

Veranstaltungsort:  Beschreibung Anfahrt Info mehr...
andere: Kunst und Kultur
mehr aus: Köln
weitere von:
Museum Ludwig

Teilen

 

 zum Kalender

 

You have no rights to post comments

Datenbank von lebeART

weitere Beiträge

Musik / Film

Florian Künstler – einer der begabtesten jungen Singer-Songwriter veröffentlicht die Single „Wie geht’s dir eigentlich"

floria kuenstlerFlorian Künstler ist ein Meister der präzisen Beobachtung, der filmischen Erzählung. Seine neue Single „Wie geht’s dir eigentlich?“ ist ein appellierender Monolog, der von dieser empathischen Gabe profitiert. Ein Song, den man so schnell nicht ver...


weiterlesen...

75 Jahre Atombombenangriffe auf Hiroshima und Nagasaki – die US-Atomwaffen aus Deutschland müssen abgezogen werden!

meinung sagenDurch die Abwürfe der amerikanischen Atombomben auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki 1945 am Ende des 2. Weltkriegs verloren mehr als 200 000 Menschen ihr Leben, ungezählte Japaner ertrugen lebenslange gesundheitliche Folgen, verloren...


weiterlesen...

FANTASY feiern mit „10.000 bunte Luftballons“ ihr fünftes #1 Album

fantasy„10.000 bunte Luftballons“ ist das fünfte Fantasy Album, das die Spitze der Offiziellen Deutschen Albumcharts erreicht und das dritte Album in Folge, mit dem sie die Pole Position einnehmen. Es ist das elfte Studioalbum, mit dem Fantasy ihrer fulm...


weiterlesen...

Die Zirkusfabrik im September 2020 - JETZT anmelden!

ZirkusfabrikJugendliche und Erwachsene das Herzstück der Kulturarena. Dieses Angebot wird erweitert durch Musik-, Theater- und Erlebnispädagogen. Neben verschieden Kursen, Workshops und Geburtstagsangeboten bietet das Team der Kulturarena ein Café mit großer ...


weiterlesen...

WHAT HAPPENED bringt den Horror der Highschool heute auf Steam

what happend cosmocoverPolen – 31. Juli 2020 – Der Indie-Publisher Katnappe und der Entwickler Genius Slackers geben bekannt, dass das Highschool-Horror-Spiel, What Happened, ab sofort via Steam für den PC mit einem Launch-Wochen-Rabatt von 10% erhältlich ist. 

What Hap...


weiterlesen...

weitere Informationen

Nachrichten und Doku in Köln

Schutz gegen häusliche Gewalt - öln soll ein drittes Frauenhaus erhalten

stadt Koeln LogoDer Rat der Stadt Köln hat mit Beschluss vom 12. Dezember 2019 die Etablierung eines barrierefreien dritten Frauenhauses mit der Aufnahmemöglichkeit für Jungen über zwölf Jahren befürwortet. Die Verwaltung legt nun eine Beschlussvorlage vor, die z...


weiterlesen...

ELEONORE – Ich muss nicht glücklich sein (Uraufführung) Befreiungsoper

eleonore„Ich kann noch glücklich sein“ - singt Leonore in Beethovens Fidelio. Diese einzige A Cappella – Phrase der Oper ist der Ausgangspunkt einer radikalen Befragung und Neuinterpretation des Werkes.
ELEONORE – Ich muss nicht glücklich sein stößt eine u...


weiterlesen...

Alfons Hasenknopf & Band

hasenknopfBei all den Missständen, all dem Gegeneinander und der Verzweiflung und Unsicherheit, die momentan in der Welt herrschen, sendet Alfons Hasenknopf mit seinem Titel „Hand In Hand – Earthpeople“ eine Botschaft des Für- und Miteinanders: es geht um d...


weiterlesen...

BUCHVERÖFFENTLICHUNG re:public

cityleaks publikation foto olga funkCityLeaks veröffentlicht die Festivaldokumentation des letztjährigen Urban Art Festivals

„Der Geruch in der Hüttenstraße ist modrig und muffig, wie ein alter Keller, den man seit Jahren nicht mehr geöffnet hat.“ - Awohner Hüttenstraße

„Unehrlich, ...


weiterlesen...

lebeART Video

VIDEO! Köln-InSight.TV besuchte den Bartmaler Marco FiggenVideo Kunst und Kultur
Marco Figgen Bartmaler

Mit seinem 170 cm langen Bart, den er als Pinsel nutzt, erregt Marco Figgen überall Aufsehen. Nac...


weiterlesen

Werbung

lebeART Kalender

Letzter Monat August 2020 Nächster Monat
Mo Di Mi Do Fr Sa So
week 31 1 2
week 32 3 4 5 6 7 8 9
week 33 10 11 12 13 14 15 16
week 34 17 18 19 20 21 22 23
week 35 24 25 26 27 28 29 30
week 36 31

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.