das Kultur und Nachrichtenmagazin

Kalender

wade Guyton.jpg 

WADE GUYTON: ZWEI DEKADEN MCMXCIX–MMXIX

Samstag, 29. Februar 2020
10:00-18:00 Uhr

Als iCal-Datei herunterladen

   

Der 1972 geborene US-amerikanische Künstler Wade Guyton hat über zwei Jahrzehnte ein konsequentes und zugleich eigenständiges Werk geschaffen. Bekannt ist er vor allem für seine mit einem herkömmlichen Tintenstrahldrucker hergestellten großformatigen Leinwandbilder mit ikonischen Motiven wie Flammen, den Buchstaben „X“ und „U“ oder der Website der New York Times. Nachdem das Museum Ludwig bereits mehrere Werke des Künstlers für die Sammlung erwerben konnte, richtet es ihm nun eine große Überblicksausstellung aus, die sein künstlerisches Schaffen von den Anfängen bis hin zu jüngsten Arbeiten vorstellt.

Wade Guyton nimmt in Hinblick auf die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Bild im digitalen Zeitalter eine Schlüsselposition ein. Er kombiniert traditionelle Bildträger – beispielsweise grundierte Leinwand – mit digitalen Druckverfahren, so dass bewusst eingesetzte Übertragungsfehler zu ästhetisch verblüffenden Ergebnissen führen. Durch die Aneignung bereits existierenden Bildmaterials und die Konfrontation mit neuen Reproduktionstechnologien entwickelte Guyton in den letzten zwanzig Jahren eine aktualisierte Form der sogenannten Appropriation Art. Während seine ersten Inkjet-Gemälde auf Leinwand zunächst eher formalästhetisch hinsichtlich eines modernistischen Ansatzes interpretiert wurden, zeigt sich in der Entwicklung seines Werks, dass auch die scheinbar abstrakten Muster von Streifen, Quadraten und Kreisen in konkreten digitalen Bilddateien wurzeln.

Die Ausstellung entsteht in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler. Sie versammelt im gesamten Wechselausstellungsbereich sowie im DC-Saal und drei angrenzenden Räumen alle von ihm verwendeten Medien: von Papierarbeiten, die Wade Guyton „Zeichnungen“ nennt, über Fotografien und Skulpturen bis hin zu seinen bahnbrechenden Inkjet-Gemälden. Anstatt die Werke chronologisch zu präsentieren, werden sie mitunter motivisch oder thematisch in Gruppen angeordnet, wodurch Guytons Rückgriffe auf das eigene Werk ebenso erkenntlich werden wie die Entfaltung seines Œuvres. Zu den frühesten Arbeiten gehören Skulpturen aus verbogenen Stahlrohrstühlen sowie seine gedruckten Zeichnungen auf herausgerissenen Seiten aus Kunst- und Designkatalogen, die erstmals in einer weitreichenden Fülle zu sehen sind. Die jüngsten Werke der Ausstellung zeigen Bilder der unmittelbaren Umgebung des Künstlers, etwa seines Ateliers und der Stadtlandschaft New Yorks. Das Integrieren von Arbeitsutensilien und Möbeln aus dem Studio wie auch Strategien des Samplings von vorgefundenen Formen und Bildern sind prägnante Merkmale der künstlerischen Arbeitsweise von Wade Guyton, der immer auch auf den jeweiligen Ausstellungsort reagiert. Eine neue Außenskulptur auf der Terrasse vor dem Südeingang zum Beispiel ist nicht nur ein Bronzeabguss einer bereits bestehenden Arbeit in der Ausstellung, sondern weist ebenso ästhetische Bezüge zur Sheddach-Architektur des Museums auf. Für die Ausstellung werden außerdem frühere Einbauten entfernt: Sowohl Fenster als auch die Brücke zum Verwaltungstrakt werden wieder freigelegt, was gleich zu Beginn der Werkschau eine weitreichende Einsicht in den Wechselausstellungsbereich ermöglicht.

Yilmaz Dziewior, Direktor des Museum Ludwig: „Es ist ein erklärtes Ziel der Retrospektive, die Komplexität des Werks von Wade Guyton zu vermitteln und zu zeigen, dass er weit mehr als ein exzeptioneller Maler ist. Seine Vorgehensweise wurzelt tief in einem konzeptuellen Ansatz. Bei aller Klassizität seiner Arbeiten mit ihrem breit angelegten Netz an Verweisen auf kunsthistorische Vorläufer gelingt es Guyton immer wieder, durch neue, unerwartete Richtungswechsel innerhalb seines Werks zu überraschen.“

Katalog zur Ausstellung
Anlässlich seiner großen Überblicksausstellung gibt das Museum Ludwig ein Gesamtverzeichnis der Einzelausstellungen des Künstlers heraus, mit Abbildungen aller gezeigten Werke, begleitet von Kurztexten und Raumplänen: WADE GUYTON MCMXCIX–MMXIX ZWEI DEKADEN MUSEUM LUDWIG, mit Texten von Johanna Burton, Michelle Kuo, Kerstin Stakemeier sowie einem Gespräch zwischen Yilmaz Dziewior und Wade Guyton, 584 S., ca. 1.900 Farbabb., 24,8 × 29,2 cm, deutsch/englisch, Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln, 65 Euro (Buchhandel), 54 Euro (Museum).

Über Wade Guyton
Wade Guyton ist 1972 in Hammond, Indiana, USA, geboren und lebt in New York. Letzte große institutionelle Einzelausstellungen fanden unter anderem in der Serpentine Gallery, London (2017/18), im Museo Madre – museo d’arte contemporanea Donnaregina in Neapel (2017), im Museum Brandhorst in München (2017), im Musée d’art moderne et contemporain (MAMCO) in Genf (2016), im Le Consortium in Dijon (2016), der Kunsthalle Zürich (2013) und im Whitney Museum of American Art in New York (2012) statt.

Kurator Yilmaz Dziewior, Kuratorische Projektleitung: Leonie Radine

Die Ausstellung wird großzügig gefördert von den Partnern des Museum Ludwig: REWE Group, Russmedia, Kienbaum Consultants International GmbH und The Berner Group. Außerdem wird die Ausstellung substanziell unterstützt von der Peter und Irene Ludwig Stiftung und der Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig e.V..

WADE GUYTON: ZWEI DEKADEN MCMXCIX–MMXIX
16. November 2019 – 01. März 2020
Eröffnung: Freitag, 15.11.2019, 19 Uhr

Zur Ausstellung kommuniziert das Museum Ludwig auf seinen Social-Media-Kanälen mit dem Hashtag #MLxWadeGuyton

Foto: Wade Guyton - The Devil's Hole, 1999 © Wade Guyton

 

 

Ort 

Museum Ludwig

Heinrich-Böll-Platz
50667 Köln
Deutschland NRW
0221-221-26165
http://www.museum-ludwig.de 

Anfahrt und Karte (klicke auf Symbol)

Veranstaltungsort:  Beschreibung Anfahrt Info mehr...
andere: Kunst und Kultur
mehr aus: Köln
weitere von:
Museum Ludwig

Teilen

 

 zum Kalender

 

You have no rights to post comments

Datenbank von lebeART

weitere Beiträge

Kunst und Kultur in Köln

in focusgalerie - Magie der Photographie #16

16Abe Frajndlich wurde 1946 im Lager für jüdische Flüchtlinge in Frankfurt-Zeilsheim geboren. Wie bei so vielen nach dem Holocaust Geborenen verlief seine Kindheit in unruhigen Bahnen. Seine Familie wanderte nach Brasilien und Israel aus. Im Alter v...


weiterlesen...

Kommunikationskonzept für die "Via Culturalis"

AudiotourStadt legt politischen Gremien Beschlussvorlage zur Fortführung vor

Auch im Förderzeitraum bis 2023 soll die Umsetzung des Projektes "Via Culturalis" von einem Kommunikations- und Informationskonzept begleitet werden, das speziell dafür entwickelt...


weiterlesen...

"museenkoeln – Das Magazin" widmet sich dem Thema Energie

museen kölnDas neue Heft liegt kostenlos aus und ist auch online erhältlich

Die aktuelle Ausgabe von "museenkoeln – Das Magazin" behandelt ganz aktuelle Fragestellungen, etwa wie die Sammlungen und Ausstellungen trotz Corona ihren Weg zum Publikum fanden und...


weiterlesen...

05.06.2020 – 06.06.2021 NEU AUFGESTELLT – Neuerwerbungen, Schenkungen, Dauerleihgaben und mehr

Gesinde Grundmann o.T. 2015Bereits in den 1980er Jahren wurde damit begonnen, in der Papierstadt Bergisch Gladbach eine Sammlung mit künstlerischen Arbeiten aufzubauen, die den Werkstoff Papier in all seinen Erscheinungsformen und Gestaltungsmöglichkeiten widerspiegeln. Inz...


weiterlesen...

in focusgalerie - Magie der Photographie #17

17Unsere erste Begegnung mit Ben J. Fernandez in New York war rückblickend recht amüsant. Wie so viele Künstler vor und nach ihm, bot er uns für unseren einwöchigen Aufenthalt das Haus seiner Mutter in Hoboken, vis à vis zu Manhattan, als Übernachtu...


weiterlesen...

weitere Informationen

Musik / Film

SIMEON schicken ihre heiße funky Pop-Nummer in den Frühsommer

schweiss„Schweiß, Schweiß, Baby!“ 

Ein heißes Beben durchläuft den Körper. Die Hüften verselbständigen sich und shaken wie in Trance. Der Geist macht Platz für wilde Disco-Moves und der 08/15-Hoodie verwandelt sich in ein heißes Party-Outfit. Genau so fü...


weiterlesen...

Das Gesicht wahren trotz Corona - Masken mit eigenem Gesichtsfoto von Kölner Start-up

styleKöln, 19. Mai 2020. Die handelsüblichen Corona-Schutzmasken sind zwar nützlich, aber auch anonym und einfältig. Dass die notwendige Hygiene nicht steril und langweilig aussehen muss und der Krise sogar ein Lächeln entlocken kann, zeigen neue Maske...


weiterlesen...

Corona-Virus: 124 Erkrankte in Köln

stadt Koeln LogoAbstand halten und Hygieneregeln befolgen!

Zur aktuellen Lage: Mit Stand, Freitag, 15. Mai 2020, 15.30 Uhr, gibt es auf dem Gebiet der Stadt Köln den insgesamt 2.414. (Vortag: 2.407) bestätigten Corona-Virus-Fall. 34 (Vortag: 46) Personen befinden...


weiterlesen...

Staffel 4 der beliebten Retro-Krimiserie Grantcheste

DVD Cover Grantchester 4The times they are a-changin‘ – Robert Zimmerman, 1964

Grantchester 1956: Der Geistliche Sidney Chambers (James Norton) steckt in einer tiefen Lebenskrise. Er verspürt ein Gefühl der Ohnmacht und Gleichgültigkeit und lässt sich immer wieder zu leb...


weiterlesen...

lebeART Video

VIDEO - Künstler Dein Veedel (1) Katja Egler Streil und die SüdstadtVideo Künstler Dein Veedel
kuenstler dein veedel

Katja Egler Streil führt die Zuschauer durch die charmanten Straßen der Kölner Südstadt. Die Kün...


weiterlesen

LebeART Radio-Edition

lebeART Magazin jetzt LIVE
Köln-InSight.TV

Werbung

Anzeige

 

lebeART Kalender

Letzter Monat Mai 2020 Nächster Monat
Mo Di Mi Do Fr Sa So
week 18 1 2 3
week 19 4 5 6 7 8 9 10
week 20 11 12 13 14 15 16 17
week 21 18 19 20 21 22 23 24
week 22 25 26 27 28 29 30 31

Anzeige

 

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.