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Der Bestand des Eifel-Fotografen Heinrich Pieroth im Rheinischen Bildarchiv

rba pie000138Bildband und eine Masterarbeit mit Online-Präsentation erscheinen

Heinrich Pieroth (1893-1964) war Fotograf in Mayen und konzentrierte sich in seinen Arbeiten ganz auf seine Heimatregion. Von den 1920er Jahren bis in die 1950er Jahre hielt er in beeindruckenden Fotos die Eifellandschaft, ihre Bewohner und den Alltag fest. Das Rheinische Bildarchiv (RBA) betreut den fotografischen Nachlass von Heinrich Pieroth, der in großen Teilen nun erstmals veröffentlicht wird. In den beiden Publikationen ist sein fotografisches Lebenswerk zu entdecken: ein visuelles Gedächtnis der Eifel – entstanden in einer Zeit, als nicht nur die bis heute ländlich geprägte Region die Schwelle zur Moderne überschritt, sondern auch die Fotografie selbst.

Der Bildband "In der Eifel"

Genau 100 Jahre nachdem der Fotograf Heinrich Pieroth in der Eifelstadt Mayen ein Atelier eröffnete, liegt mit "In der Eifel" erstmals ein opulenter Bildband vor. Redakteurin Katja Hoffmann hat den Nachlass Pieroths für das Rheinische Bildarchiv gesichtet und die wichtigsten Motivgruppen für den Band zusammengestellt. Das Buch präsentiert einen bedeutenden Querschnitt durch die bislang in großen Teilen unveröffentlichte, vorwiegend aus Glasplatten-Negativen bestehende Sammlung, in der Heinrich Pieroths ebenso leidenschaftliche wie ausdauernde Beobachtung seiner Heimatregion sichtbar wird. Er fing die Schönheit der Landschaften ebenso gekonnt ein wie die ausdrucksstarken Gesichter der Menschen. Ob Pieroth sie in ihrem Alltag beobachtete oder in seinem Studio porträtierte – die Verbundenheit des Fotografen mit Land und Leuten ist stets spürbar. Das Buch zieht den Betrachter durch seine prägnante Auswahl in den Bann. Den Werdegang des Fotografen, die Entwicklung der Region zwischen Tradition und Moderne und die Porträtfotografie im Wandel der Zeit beleuchten die fundierten Beiträge des Textteils.

Bei der Buchproduktion wurde besonderes Augenmerk auf eine fotohistorisch angemessene Wiedergabe der Fotografien gelegt. Vorbild für Kontraste und Tonung der Schwarz-Weiß-Aufnahmen waren die Originalabzüge aus Pieroths Nachlass im Rheinischen Bildarchiv. Das Bildverzeichnis liefert sorgfältig zusammengestellt Informationen über Materialität und Format der Negative und Positive.

Die Masterarbeit "Heimat und Menschen"

Die Masterarbeit "Heimat und Menschen" von Susanne Kube erscheint als Publikation des Geschichtsvereins und Altertumsvereins für Mayen und Umgebung. Die universitäre Lehre von Professor Doktor Herta Wolf am Kunsthistorischen Institut der Universität Köln veranlasste Susanne Kube dazu, sich zunächst in einem Praktikum im Rheinischen Bildarchiv mit dem Fotografenbestand Heinrich Pieroth auseinander zu setzen. Anschließend entwickelte sich aus dem Praktikumsprojekt ihre Masterarbeit über "Porträt- und Heimatfotografie" und ein Ausstellungsbeitrag zur Jubiläumsausstellung "90 Jahre Rheinisches Bildarchiv". Das fotografische und historische Wissen, mit dem das Rheinische Bildarchiv Susanne Kube unterstützen konnte, wurde vom Geschichts- und Altertumsverein – namentlich von Hans Schüller – um detaillierte lokalhistorische Kenntnisse ergänzt. Der stimmige Dreiklang von Universität, Bildarchiv und ehrenamtlicher Kompetenz bildete eine stabile Grundlage für dieses Buchprojekt.

Der Pieroth-Bestand im Rheinischen Bildarchiv

Das Rheinische Bildarchiv verwahrt heute insgesamt etwa 5,4 Millionen Fotografien in unterschiedlichsten Formaten. Ein bedeutender Anteil davon wurde von Fotografen und Fotografinnen, die bei der Stadt Köln angestellt waren, angefertigt. Bis zum Zweiten Weltkrieg unternahm das Rheinische Bildarchiv zahlreiche Fotokampagnen im Rahmen der Kunstdenkmäler-Inventarisierung im Rheinland, unter anderem in den Kreisen Koblenz, Ahrweiler, Mayen und Xanten. Schenkungen, Erwerbungen und Deposita ergänzen die Eigenproduktion der RBA-Fotografen. Der Bestand des Eifelfotografen Heinrich Pieroth (1893–1964) ist eine dieser Schenkungen, die 2011 Karlheinz Pieroth, Sohn von Heinrich Pieroth gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Ulrich dem Rheinischen Bildarchiv übergab. 2019 folgte eine ergänzende kleinere Schenkung. Karlheinz Pieroth ist nicht nur der hervorragende Erhaltungszustand des väterlichen Lebenswerks zu verdanken, sondern auch sorgfältig gesammeltes Wissen um viele Details dazu, das er mit beiden Autorinnen teilte und das uns heute einen lebendigen Einblick in den Fotografenalltag in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts vermittelt.

Insgesamt befinden sich schätzungsweise 5.000 Glasnegative in unterschiedlichen Formaten, an die 400 Mittelformatnegativfilme, 23 teils signierte originale Handabzüge und einige hölzerne Diakästen mit schwarz-weißen Mittelformat-Diapositiven im Rheinischen Bildarchiv. Das Eifelarchiv der Stadt Mayen besitzt weitere Originalabzüge sowie sechs Fotoalben von Pieroth. In Privathaushalten in Mayen und Umgebung ließen sich vermutlich noch mehr Originalabzüge finden.

Thematisch liegt der Schwerpunkt auf der Reproduktion von Kunstobjekten, gefolgt von Architektur- und Industrieaufnahmen. Auch die Kategorie Mayen beinhaltet umfangreiches Negativmaterial, darunter eine Bandbreite von Motiven und Reproduktionen, die von Architektur und Stadtbild über Personen bis zu Dokumenten reichen. Von den Atelieraufnahmen und Porträtaufnahmen, der Haupteinnahmequelle des Fotografen, ist im RBA-Bestand zu Pieroth relativ wenig erhalten.

Quelle: Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit - Katja Reuter / https://www.stadt-koeln.de
Foto © Rheinisches Bildarchiv Köln - Heinrich Pieroth: Selbstporträt 1920er Jahre

 

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