das Kultur und Nachrichtenmagazin

BLIND DATE geht mit vier weiteren Terminen 2019 in die zweite Runde!

adefeigoboloppciNeun vom Kurator und Mitstreiter Jens Düppe ausgewählte KünstlerInnen stellen sich erneut der Herausforderung des Spontanen!

Was im letzten Jahr zu wunderbaren Begegnungen und einzigartigen musikalischen Resultaten führte, wird 2019 weiterverfolgt: BLIND DATE. Keiner der Beteiligten weiß, auf wen er am Konzertabend treffen wird – weder Künstler noch Publikum. Und doch oder gerade deshalb waren die Veranstaltungen im vergangenen Jahr bereits ein großartiger Erfolg. Die Situation, einander erst auf der Bühne kennen zu lernen und musikalisch auszuloten „verlangt volle Offenheit, Flexibilität und keine Angst vor dem Scheitern“ (Lucas Niggli, Schlagzeuger, Blind Date 2018), dabei nimmt das Publikum teil an einem Prozess, der unmittelbarer nicht sein kann und im Idealfall zu „blindem Verständnis zwischen weit geöffneten Ohren und Herzen“ führt (Henning Sieverts, Bassist, Blind Date 2018).

Jens Düppe bringt mit dem Konzept BLIND DATE vor allem Künstlerinnen und Künstler zusammen auf eine Bühne, die sich sonst eher nicht getroffen und musikalisch ausgetauscht hätten. Als „Dreh- und Angelpunkt“ hat Düppe zu allen eingeladenen MusikerInnen eine persönliche Verbindung und findet so immer wieder spannende Konstellationen.

Mit seiner intimen Atmosphäre bietet der Kölner Salon de Jazz dabei den perfekten Rahmen. In dem kleinen Veranstaltungsraum herrscht Wohnzimmeratmosphäre, die durch das entspannte Ambiente ein jeden einlädt, Neues zu entdecken – der Inbegriff von BLIND DATE!

Wann? 15.05. / 05.06. / 30.10. / 06.11.2019
Wo? Salon de Jazz / Severinskloster 3a / 50678 Köln (Beginn: 20:00 Uhr. Eintritt: 12,- / 8,-)
Wer?

DIE BETEILIGTEN:
Claudio Puntin [Klarinette, Elektronik, Klangerzeuger]
Claudio Puntin hat seine vielen musikalischen Talente und Traditionen zu einer persönlichen und unverkennbaren Musiksprache entwickelt, dabei ist sein Klarinettenspiel durch die klassische Tradition lyrisch und von feinstofflicher Instrumental-Kultur geprägt, durch den Jazz rhythmisch durchtränkt, durch die elektronische Musik klanglich erweitert, durch Chor- und Kammermusik von empathischem und harmonischem Instinkt und durch weltweite Volksmusik menschennah. Er schuf Musik für Orchester, Chöre und Elektronik und vertonte Werke von bildenden und schreibenden Künstlern wie u.a. Anselm Kiefer, Orhan Pamuk, Daniel Kehlmann, Ólafur Elíasson, James Turrell, Goscinny & Sempé. Zurzeit arbeitet er an einer eigenen Oper zusammen mit der Lyrikerin Rike Scheffler.

Florian Ross [Klavier, Synthesizer]
Florian Ross geht gerne ungewöhnliche Wege, denn in seiner Musik tritt sowohl ein wacher Blick auf die vielfältige Jazztradition zu Tage, wie sein außergewöhnlicher Umgang mit zeitgenössischem Material: In den verschiedensten Besetzungen von Trio über Quintett bis hin zum Streichorchester und Blechbläserensemble gelingt es Ross, improvisierte und komponierte Musik zu versöhnen.
Seine Musik strahlt das aus, was häufig propagiert und selten erreicht wird: Balance. Das Schlichte und Sangliche löst in ihm keine Unruhe aus, schon gar keinen nervösen Aktionismus. Er weiß, dass es "nicht nur auf das Was, sondern vor allem auf das Wie ankommt" – der Ton macht bekanntlich die Musik – und dass "weniger (bisweilen) mehr ist". So wenig man Florian Ross auf den Pianisten und Improvisatoren oder den Arrangeur und Komponisten reduzieren kann, so wenig kann man ihn auf ein Genre oder eine Gattung beschränken. Er ist viel zu sehr Pianist, um sich einzig der kompositorischen Baukunst hinzugeben, und viel zu sehr Komponist, um nur der Faszination Klavier zu erliegen. Ein Musiker eben, der musikalisch denkt, hört, schreibt und spielt.

Jozef Dumoulin [Fender Rhodes, Elektronik]
Der belgische Pianist Jozef Dumoulin definiert das Fender Rhodes als ein völlig zeitgenössisches, vielseitiges und höchst persönliches Instrument neu und präsentierte konsequenter Weise als erstes ein komplettes Solo-Programm mit dem Instrument. Auch ist er bekannt für seine offene und brillante Annäherung an das akustische Klavier und die Musik im Allgemeinen, die immer in der Tradition verankert ist, ohne von ihr belastet zu werden. Als Sideman ist Jozef Dumoulin sehr gefragt und hat mit den großartigen Musikern des Jazz, der improvisierten Musik, des Rock und der traditionellen Musik gearbeitet, wobei er dafür bekannt ist, in jedem musikalischen Kontext seine eigene Stimme bewahren zu können. Aber auch seine Arbeiten als Bandleader stehen dem in Nichts nach und ernten viel Lob und Anerkennung.

Nicola L. Hein [Gitarrist, Klangkünstler, Komponist, Philosoph]
Als Gitarrist beschäftigt sich Nicola L. Hein gezielt mit der Suche nach neuen Klängen auf seinem Instrument, spielt dabei mit unterschiedlichsten Gegenständen: Schrauben, Lineale, Eisenwolle, Geigenbogen, Schleifpapier, Magnete und viele andere sind Teil seines musikalischen Vokabulars. Als
Komponist sucht er Wege, philosophische Themen in der Musik zu bearbeiten, die Musik als eine Form der Philosophie zu betreiben. Mannigfaltige philosophische Theoreme werden dabei in der Musik weitergedacht: Wittgensteins Sprachspieltheorie, Nietzsches Ironische Allegorien, Albert Camus Philosophie des Absurden, die Sprachkritik Phyrros. Als Klangkünstler beschäftigt er sich mit (partizipatorischen) Klanginstallationen und Klangperformances, baut Instrumente und beschäftig sich mit der Frage der Übersetzung von Klang in Bewegung, Licht, Farbe und Text. Darüber hinaus bildet das Interdisziplinäre Arbeiten einen Schwerpunkt seines Schaffens.

Jens Düppe [Schlagzeug, Percussion]
Vor allem wegen seiner ausdrücklichen Offenheit wird Jens Düppe in den Medien als „einer der innovativsten Vertreter der improvisierten Musik hierzulande“ beschrieben. Als Jazzschlagzeuger schöpft er aus einem reichen musikalischen Erfahrungsschatz, seine Karriere ist von Größen wie Albert Mangelsdorff oder Kenny Werner geprägt. Heute ist er Hans Dampf in allen Gassen. Er meistert das schier Unmögliche, wenn er mit internationalen Formationen tourt, einer Anke Helfrich oder einem Pascal Schumacher rhythmisch zur Seite steht und neben der Arbeit mit seinen eigenen Formationen auch noch interdisziplinäre Projekte ins Leben ruft oder Auftragskompositionen wie beispielsweise für das Acht Brücken Festival in Köln und das Festival Europäische Kirchenmusik in Schwäbisch Gmünd erfüllt.
Gerade frisch ist er mit dem WDR Jazzpreis 2019 ausgezeichnet werden.

Simin Tander [Gesang]
Die Stimme der deutsch-afghanischen Sängerin Simin Tander verzaubert mit einem Klangreichtum und einer Intensität, wie man sie selten erlebt. In ihrer mystisch angehauchten Musik und ihrem außergewöhnlichen Gesang zeichnet Simin Tander eine faszinierende Route zu ihrem nahöstlichen Erbe und in die Tiefen ihrer Seele. Sie singt auf Paschtu (Afghaani), Englisch und Phantastisch und „balanciert an der Grenze von Schmerz und Schönheit, von Grazie und Leidenschaft“ [Augsburger Allgemeine]. So zählt sie zu den erstaunlichsten Persönlichkeiten des jungen europäischen Jazz. Mit ihrer betörend zärtlichen und genauso expressiven Stimmenkunst baut Simin Tander Brücken zwischen abendländischem Jazz und arabeskem Vokalflug.

John Schröder [Gitarre, Klavier]
John Schröder ist längst einer der wichtigsten, versiertesten und einflussreichsten Musiker der deutschen Jazzszene. Aufgewachsen in Frankfurt am Main, kennt man ihn als Gitarristen, als Schlagzeuger, heute vornehmlich als Pianist, wobei er bei alle drei Instrumente auf

höchstem Niveau beherrscht. Seine Musik ist ansteckend, erlaubt auch warme, gar zarte Klänge von hinreißend schöner Langsamkeit. Dabei ist sie voller Überraschungsmomente, voll von hochkreativem Spieltrieb, voller Energie, Abwechslungsreichtum und komplexer Dichte. Seine Virtuosität ist Mittel zum Zweck, um packende, musikalische Substanz zu vermitteln.

Roger Hanschel [Saxophon]
Als Komponist und Saxofonist zeigt sich Roger Hanschel zum einen als technisch perfekter und expressiver Meister auf seinem Instrument und zum anderen als intelligenter Formschaffender, der seine Mitmusiker niemals nur als schmückendes Beiwerk für eigene solistische Ausflüge einbezieht. Er gilt als Vertreter eines Saxophonspiels, das, ausgehend vom Jazz, sich weit über die eigenen
Genregrenzen hinaus entwickelte und wie kaum ein anderer vermag er es, andere Musikgattungen wie selbstverständlich einzubeziehen, ohne dabei in oberflächliche Attitüden abzugleiten. „Sein Ton ist selbst in höchsten Lagen scharf und klar, seinen Sound emotionalisiert er durch verschiedene, im Jazz unübliche Spieltechniken.“ [WDR] Dabei bleibt er immer elegant und druckvoll.

Sebastian Gramss [Kontrabass]
Der Kontrabassist Sebastian Gramss (ECHO 2013 und 2018) ist als einer der führenden Köpfe der deutschen Musikszene im Bereich Jazz dafür bekannt, die Möglichkeiten seines Instruments im Detail nachzuspüren. Als wandlungsfähiger und experimentierfreudiger Bassist initiierte er unzählige internationale Kooperationen und steht für langfristige Vernetzung der Musikkulturen weltweit, wobei er seit vielen Jahren den Schwerpunk seiner Aktivitäten im fließenden Grenzbereich zwischen Neuer Musik, Improvisation und zeitgenössischem Jazz legt. Immer auf der Suche nach neuen Kompositionstechniken, ungehörten Klängen und innovativen musikalischen Ansätzen, versteht es Gramss, „den inneren Zusammenhalt zwischen dem innovativen Impuls des Jazz und seinen geschichtlichen Wurzeln, zwischen heißer Improvisation und coolem Kalkül zu unterstreichen....“ [Jazzthetik]

www.jensdueppe.de
www.salondejazz.de

Quelle: www.cubus-music.de

 

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